Montag, 24. August 2009

Sydney VII

Montag

20.54 Uhr

Aloha,

nach einer eher kurzen Nacht war auch heute noch einmal volles Programm angesagt, doch der
Reihe nach.

Gestern Abend um kurz nach sieben las ich eine Mail meines lieben Freundes Dylan, der das
für neun Uhr geplante Essen kurzerhand auf sieben Uhr vorverlegt hatte. Da rückwärts durch
die Zeit zu reisen nicht gerade meine herausragendste Eigenschaft ist, wurde aus dem Dinner
leider nichts. Dinner-Dates mit Kerlen scheinen nicht meine Kragenweite zu sein, vielleicht
war das auch ein Zeichen...

Wie dem auch sei, den Verlust des geplatzten Treffens mit Dylan kompensierte ich durch
spontanes Ausgehen mit den lustigen Neuseeländern aus meinem Zimmer, die ihrerseits zwei
weitere Freunde [auch Neuseeländer] mitnahmen - Dinner, Bowlen und Karaoke waren angesagt.

Und was war das für ein Spaß, lange habe ich nicht mehr so gelacht. Steve und Richard
[leztgenannter hat schon als Vorband von Meshuggah gespielt und Dream Theater im Studio zugesehen]
sorgten für eine Menge Spaß, die Mädels beeindruckten eher durch konstantes Werfen [und ich
meine Werfen] der Kugel in die seitlichen Transportrinnen.

Undendlich viele lustige Würfe, viele Stunden und sehr viel Lachen später machten wir uns auf
den Weg zurück zur Base, wo alle Beteiligten wie tot ins Bett fielen.

Heute morgen dann besorgte ich mir einen ausreichenden Getränkevorrat sowie ein dekadentes
Frühstück. Croissants [diesmal frische und nicht wie gestern gefrorene, die man erst aufbacken
(bzw als Backpacker toasten) muss], Brötchen und ein Blaubeer-Bagel wanderten in den grünen
Einkaufsbeutel. Alles war sehr gut, allein der Bagel riss das Niveau durch seine bloße Existenz
beträchtlich herunter.

Nach diesem Frühstück, bei dem ich die Bekanntschaft mit K. und J. machte, wollte ich nach Bondi
fahren. Die beiden hatten eh nichts besseres zu tun, also begaben wir uns zu dritt auf die
Reise nach Coogee, um von dort zum Bondi Beach zu laufen.

Das Wetter war gelinde gesagt bescheiden, es nieselte ab und an, der Himmel war wolkenverhangen.
Aber was soll das Genörgel, schließlich ist man auf dem Weg nach Bondi - wenn es schon regnet,
dann wenigstens an einem schönen Ort.

Der Weg von Coogee nach Bondi, den ich vor knapp vier Wochen schon einmal gemacht hatte, wirkte
bei diesem Wetter komplett anders als beim ersten Mal. Insbesondere der an den Klippen gelegene
Friedhof hatte eine weitaus authentischere Atmosphäre als bei strahlendem Sonnenschein.




Ein paar Stunden später am Bondi angekommen, stöberten wir durch die Surfläden, aßen hervorragende
Fish&Chips und machten uns mit dem Bus auf den Rückweg.

Viel Action war auch nicht mehr angesagt, zum Abendbrot gönnten wir uns etwas echt Australisches:
Haferschleim mit warmer Milch und Honig. Nein danke.

Zu viel davon im Magen mit uns herumtragend sahen wir die Fotos des Tages an und gingen unserer
Wege - ins Bett. Die anderen natürlich nur, ich mache noch dick einen drauf. Nicht.

Mein letzter Abend in Sydney ist angebrochen, morgen geht es nach Hause. Zeit zum rumnörgeln,
jammern und wehklagen habe ich morgen noch genug - bis dahin wünsche ich Euch in Deutschland
einen wunderbaren Tag und mir einen schönen Restabend.

Later!

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