Dienstag, 1. September 2009

Rückflug

Mittwoch

5.36 Uhr

Willkommen in Frankfurt!

Nach einem sehr kurzen Rückflug mit wenigen Hoch- und Tiefpunkten bin ich wohlbehalten in meinem Heimatland [das sich wirklich nicht danach anfühlt] gelandet.
Von Sydney nach Singapur war es mir vergönnt, den A380 zu besetzen [nicht besitzen] - ein riesiger Vogel, der neben viel Beinfreiheit auch eine Kamera auf der Heckflosse zu bieten hat. Wunderbar, sich die Bilder live auf den eigenen Monitor zu holen; Start und Landung waren sehr interessant anzusehen.

Etwas hektisch dann mein Aufenthalt in Singapur, der keine 5 Minuten dauerte. Als ich mein Gate gefunden hatte, sagte der Monitor schon "Gate closing" - Singapur ist nicht mein Flughafen, siehe auch J.s böser Kommentar auf dem Hinflug ;)

Gleich setze ich mich in den ICE nach DU, um dort wie es sich gehört von Mami abgeholt zu werden. Die Uhrzeit hier in Deutschland stimmt in etwa mit dem überein, was mein Kopf mir sagt - ist auch ganz angenehm...

Und so ist sie vorbei, meine Reise ans andere Ende der Welt. Viele unvergessliche Eindrücke, wertvolle Erfahrungen und tolle Menschen haben sie geprägt - und mich geprägt.
Manches von dem, was ich gesehen, erlebt und erfahren habe, werde ich vielleicht erst in einiger Zeit wirklich realisieren - zu eindrucksvoll war Vieles.

Ich bin sehr froh, diese Reise gemacht haben zu können, danke allen, die mich unterstützt haben und meinen "OZ-Trip" möglich gemacht haben, und freue mich schon auf die nächste Reise in ein wunderbares Land - nach Australien fliegt man nicht nur einmal....

I did it my way

Montag, 24. August 2009

Sydney VII

Montag

20.54 Uhr

Aloha,

nach einer eher kurzen Nacht war auch heute noch einmal volles Programm angesagt, doch der
Reihe nach.

Gestern Abend um kurz nach sieben las ich eine Mail meines lieben Freundes Dylan, der das
für neun Uhr geplante Essen kurzerhand auf sieben Uhr vorverlegt hatte. Da rückwärts durch
die Zeit zu reisen nicht gerade meine herausragendste Eigenschaft ist, wurde aus dem Dinner
leider nichts. Dinner-Dates mit Kerlen scheinen nicht meine Kragenweite zu sein, vielleicht
war das auch ein Zeichen...

Wie dem auch sei, den Verlust des geplatzten Treffens mit Dylan kompensierte ich durch
spontanes Ausgehen mit den lustigen Neuseeländern aus meinem Zimmer, die ihrerseits zwei
weitere Freunde [auch Neuseeländer] mitnahmen - Dinner, Bowlen und Karaoke waren angesagt.

Und was war das für ein Spaß, lange habe ich nicht mehr so gelacht. Steve und Richard
[leztgenannter hat schon als Vorband von Meshuggah gespielt und Dream Theater im Studio zugesehen]
sorgten für eine Menge Spaß, die Mädels beeindruckten eher durch konstantes Werfen [und ich
meine Werfen] der Kugel in die seitlichen Transportrinnen.

Undendlich viele lustige Würfe, viele Stunden und sehr viel Lachen später machten wir uns auf
den Weg zurück zur Base, wo alle Beteiligten wie tot ins Bett fielen.

Heute morgen dann besorgte ich mir einen ausreichenden Getränkevorrat sowie ein dekadentes
Frühstück. Croissants [diesmal frische und nicht wie gestern gefrorene, die man erst aufbacken
(bzw als Backpacker toasten) muss], Brötchen und ein Blaubeer-Bagel wanderten in den grünen
Einkaufsbeutel. Alles war sehr gut, allein der Bagel riss das Niveau durch seine bloße Existenz
beträchtlich herunter.

Nach diesem Frühstück, bei dem ich die Bekanntschaft mit K. und J. machte, wollte ich nach Bondi
fahren. Die beiden hatten eh nichts besseres zu tun, also begaben wir uns zu dritt auf die
Reise nach Coogee, um von dort zum Bondi Beach zu laufen.

Das Wetter war gelinde gesagt bescheiden, es nieselte ab und an, der Himmel war wolkenverhangen.
Aber was soll das Genörgel, schließlich ist man auf dem Weg nach Bondi - wenn es schon regnet,
dann wenigstens an einem schönen Ort.

Der Weg von Coogee nach Bondi, den ich vor knapp vier Wochen schon einmal gemacht hatte, wirkte
bei diesem Wetter komplett anders als beim ersten Mal. Insbesondere der an den Klippen gelegene
Friedhof hatte eine weitaus authentischere Atmosphäre als bei strahlendem Sonnenschein.




Ein paar Stunden später am Bondi angekommen, stöberten wir durch die Surfläden, aßen hervorragende
Fish&Chips und machten uns mit dem Bus auf den Rückweg.

Viel Action war auch nicht mehr angesagt, zum Abendbrot gönnten wir uns etwas echt Australisches:
Haferschleim mit warmer Milch und Honig. Nein danke.

Zu viel davon im Magen mit uns herumtragend sahen wir die Fotos des Tages an und gingen unserer
Wege - ins Bett. Die anderen natürlich nur, ich mache noch dick einen drauf. Nicht.

Mein letzter Abend in Sydney ist angebrochen, morgen geht es nach Hause. Zeit zum rumnörgeln,
jammern und wehklagen habe ich morgen noch genug - bis dahin wünsche ich Euch in Deutschland
einen wunderbaren Tag und mir einen schönen Restabend.

Later!

Sonntag, 23. August 2009

Sydney VI

Sonntag

18.04 Uhr

Oi mates,

heute ist Sonntag. Und Sonntag ist in Australien "Alle gehen zum Strand"-Tag. Vollkommen zurecht
auch.

So machte auch mich bei feinstem Sonnenschein nach einem Croissant-Marmeladen-Frühstück auf,
die Fähre nach Manly zu erwischen. Manly ist eine Halbinsel nördlich des Citycentres, die
via Fähre innerhalb von 20min zu erreichen ist und zu Sydney gehört. Schöne Strände, eine
hübsche Esplanade und jede Menge Surshops zeichnen Manly aus - Grund genug, sich das Ganze
mal aus der Nähe anzusehen.

Ich vermied es, den kürzesten Weg zum Fährterminal am Circular Quay zu nehmen - immer die
George St. entlang zu laufen ist eher öde. Vielmehr ging ich zum dritten Mal während meiner
Aufenthalte in Sydney den Weg durch die Royal Botanic Gardens, an der Oper entlang - und
war auch beim dritten Mal noch beeindruckt.



Die Wirkung lässt nicht nach, wenn man aus den Gärten heraus um die Kurve tritt und mit einem Mal die gewaltige Komposition aus Wasser, Oper und Harbour Bridge vor sich hat - immer wieder wunderbar.

Nun denn, für knappe 12$ ist man mit einem Hin- und Rückfährfahrticket versorgt und kann einen
wiederum einzigartigen Blick auf o.g. Kummulation an Sehenswürdigkeiten genießen - den Blick
von der Fähre aus beschreibt auch der Lonely Planet als "hard to beat".





In Manly angekommen schlenderte ich die kleinen Straßen entlang, freute mich der vielen
Surfshops, hielt mein Geld bei mir [zumindest bis ich den Rip Curl Fabrikoutlet entdeckt hatte]
und kam schlussendlich am Strand aus.


Es gibt mit Sicherheit Spannenderes als zu erzählen, wie man am Strand Zeit verbringt - das
spare ich mir also. Nachdem ich genug gelaufen war, geschaut und gelegen hatte, bewaffnete
ich mich mit einem Stück Pizza von einem Laden an der Promenade und erkundete die andere
Straßenseite. Immer diese Hektik...

Das Ende vom Lied ist, dass ich das meiste der Mitbringsel für die lieben Menschen um mich
herum beisammen habe, meinen Kleiderschrank nochmals erweitert habe, aufgrunddessen nicht die
leiseste Ahnung habe, wie ich alles nach Hause kriegen soll, und überhaupt - Australien ist
wunderbar.

Gerade haben Menschen von der Bar unten an meine Zimmertür geklopft und mir allerlei lustige
Dinge über den heutigen Abend erzählt. Dies und das an Bier, Schnaps und Wein billiger; hier
ein 50$-Trinkgutschein zu gewinnen, da ein Superangebot - irgendwann [nach der "Ich trinke
nicht"-Diskussion] malte mir eine junge Dame ein schwarzes X auf den rechten Handrücken. Als
Zeichen für freien Eintritt, wohlgemerkt - anscheinend nicht wissend, welche Bedeutung ein
schwarzes Kreuz auf dem Handrücken noch haben kann. Ironie des Schicksals. Wer errät, welche
Bedeutung das ist, wird an einem Tag seiner Wahl von mir in einer Sportart seiner Wahl
abgezogen ;)

Weg von Unterschleißheimer Insidern, hin zu meinen aktuellen Lebensumständen: Mein Zimmer hat
kein Fenster. Und das ist echt scheiße.

Man verzeihe mir diesen Anflug exorbitant elaborierter Eloquenz, aber ich würde es durchaus
als störend bezeichnen wollen, wenn ich keine Möglichkeit habe, zwischen ein Uhr mittags und
drei Uhr nachts zu unterscheiden. Mannomann.

Außer mir [und wie man merkt bin ich gerade außer mir] sind noch ein Franzose und vier lustige
Neuseeländer [und -innen] auf meinem Zimmer. Sie kommen in dieser Sekunde nach Hause und
wir haben eine Menge Spaß zusammen. Die eine ist Opernsängerin, der andere ist Grafikdesigner.
Und eine ist gerade abgereist.

Wie auch immer. Heute Abend ist noch lecker ausgehen angesagt. Mit einem Mann. Seltsam.

Dieser Mann allerdings ist mein lieber Freund Dylan, mit dem ich ein paar Tage in Melbourne
zusammen gewohnt habe. Er wohnt in Sydney [wer sich Notizen macht wird es behalten haben] und
will mir eine funky Bar in Newtown zeigen, wo wir wohl köstlich schnabulieren werden.

Ich werde jetzt noch ein wenig mit den Neuseeländern quatschen, melde mich wie immer morgen
wieder.

Catch ya later,

D.

Samstag, 22. August 2009

Transition: Cairns -> Sydney

Samstag

19.37 Uhr

Tag auch,

heute war wieder Reisetag angesagt. 2055km Luftlinie galt es zu überwinden, um von Cairns
aus wieder nach Sydney zu kommen - abgesehen von Hin- und Rückflug war das die längste
Strecke meiner Reise.

Heute morgen habe ich noch gemütlich sämtliche Reste meines Kühlschrankinhaltes zum Frühstück
verputzt, um so gestärkt meine lange Reise antreten zu können.

Garnicht schlimm, dass heute so rein garnichts passiert ist - das bildet einen schönen Kontrast
zum gestrigen Tag. Noch so einen Tag wie gestern hätte ich glaube ich nicht noch einmal
ausgehalten, ohne vor Freude loszuplärren.

Heute ausnahmsweise keine Bombenlegerkontrolle! Es gab nämlich am Flughafen von Cairns keine.
Dafür bei der Ankunft in Sydney ungewöhnlich lange auf meinen [A.'s] Backpacker-Rucksack
gewartet - so lange, bis ein Passagier "Daniel xyUxyer" ausgerufen wurde, er solle bitte
fix am Security-Bereich vorstellig werden, es gehe um sein Gepäck.

Schnell in Gedanken den Pack-Prozess noch einmal nachvollzogen, vergewissert, dass ich keine
Korallen geklaut habe - und los. Nach dreimal hin und her fragen stellte sich dann raus, dass
garnicht ich gesucht wurde, sondern "Daniel Woolworth". Puh.

In der Zeit war mein Gepäck natürlich schon dreimal über's Band geflitzt, bei der letzten Runde
konnte ich es so gerade eben noch abgreifen.

Jetzt bin ich wieder in der Base Sydney, wo meine Reise ihren Anfang fand und ebenso enden
wird - brilliant konzipiert, fast wie ein Dream Theater-Lied...

Wie auch immer, heute steht ganz Sydney kopf, weil Australien im Rugby gegen Neuseeland spielt.
Das werde ich mir gleich auf jeden Fall noch im Pub ansehen, bin mal gespannt.

Wir sehen uns bald größtenteils persönlich wieder - ich freue mich auf Euch.

Bis morgen,

Euer D.

Freitag, 21. August 2009

Cairns VI

Freitag

18.49 Uhr

Ihr lieben Leute,

ich dachte nicht, dass ich das einmal sagen würde, doch der heutige Tag stellt alles bisher
Erlebte in den Schatten.

Meine lieben Room-Mates C. und M. hatten ja gestern lustigerweise die selbe Tour zum Great
Barrier Reef gebucht wie ich bereits vorher, also waren wir heute zu dritt [und einer Hand
voll anderer Leute natürlich] am Riff.

Und was soll ich sagen - Green Island war nichts dagegen.

Tropische Inseln, unglaubliche Korallenformationen, herrlichstes Wetter - der Tag hätte
besser nicht sein können.

Ich war zum ersten Mal in meinem Leben Tauchen [Ex-Kollege M.: Das Riff wartet auf dich!],
bin auf 10m hinuntergegangen und das Riff nochmal aus einer ganz anderen Perspektive gesehen.
Wer dringend möchte und nicht akut Neidgefährdet ist, kann ja mal den Begriff "Wonderwall"
hier in der Gegend nachschlagen. Wahnsinn.

An zwei verschiedenen Spots waren wir mehrere Stunden Schnorcheln, sind mit Stachelrochen,
Schildkröten und Haien geschwommen, haben Nemo gefunden - unbeschreiblich.

Näheres zur Tour erzähle ich, wenn ich zurück bin - die Bilder sprechen eine deutliche Sprache.












Auf bald!

Donnerstag, 20. August 2009

Cairns V

Donnerstag

19.46 Uhr

Howdy,

das war eine Menge Freizeit, die es heute zu füllen galt - überkuhl.

Auschecken war um zehn, danach hatten wir bis nach ein Uhr Zeit, bis es dann mit der Tour
weitergehen sollte.

Da heute deutlich besseres Wetter war als gestern, beschlossen J., C., M. und ich, nochmal
zu den beiden Stränden zu gehen, den gestrigen Dschungelwalk noch einmal in die andere
Richtung abzulaufen und uns die Sonne auf den Pelz scheinen zu lassen.

So war es dann auch, anstatt groß herumzusülzen zeige ich Euch lieber ein paar Bilder - ich
denke, sie sprechen für sich...





Von großer Abenteuerlust gepackt, hatten M. und ich uns in den Kopf gesetzt, eine Kokosnuss
vom Baum zu befördern, diese zu knacken und lustvoll zu verspeisen. Wie praktisch, dass just
in diesem Moment eine frisch gefallene Nuss zu unseren Füßen lag. Zehn messerschwingende und
die Nuss auf einen Pfahl kloppende Minuten gingen ins Land, bis wir die Frucht der Begierde
geknackt hatten - und angesichts des sich ausbreitenden Geruchs die Aussage "frisch gefallen"
nochmals überdachten. Noch nie habe ich etwas derartig ekelig riechendes wie diese ausgehöhlte,
von Tieren zerfressene und komplett verrottete Kokosnuss gesehen. Äußerlich allerdings hatte
sie sich hervorragend gehalten - Glückwunsch dafür...




Pünktlich um kurz vor halb zwei ging es dann mit dem Bus weiter, nun wieder in südlicher
Richtung. Mossman Gorge [kein Tippfehler] war der Höhepunkt des zweiten Tages: Ein wirklich
schöner Gebirgsfluss, der wahnsinnig klar zwischen enorm riesigen Felsen seinen Weg ins Tal
findet. Auch hier gab es einen Rundgang, außerdem konnte man auch in einem Wasserloch und
im Fluss selbst baden gehen.




Oder man lässt es einfach sein. Als letzte Station stand noch Port Douglas auf der Tagesordnung,
ein eher unspektakuläres Städtchen, das [wie man an der Art und Weise erkennt, wie es
städtebautechnisch konzipiert ist] während des Goldrushes aus dem Boden gestampft wurde.
Der Strand indes ist sehr hübsch, außerdem gab es wirklich gute Chickenwraps, mit denen der
kleine Hunger zwischendurch doch recht erfolgreich bekämpft werden konnte.

Nun bin ich wieder im Hostel, habe für morgen bereits die Unterwasser-Digicam [ein echt
spektakulär aussehendes Moped] aus der Tauch-Station abgeholt und freue mich darauf, morgen
mit meinen Room-Mates C. und M. [die heute spontan und aus Versehen die gleiche Tour wie ich
gebucht haben] tauchen und schnorcheln zu gehen - sollten die Fotos was werden, gibt es
morgen Abend an dieser Stelle einiges zu bestaunen.

Außerdem ist mein Sydneysider Weggefährte M. in der Stadt, mit dem ich die erste Woche verbracht
habe, vielleicht kriegen wir ja ein Treffen im Laufe des morgigen Abends hin...

Ich sage mal bis morgen und verabschiede mich mit dem Spruch des Tages:

Save a wave - ride a surfer

Euer D.

Cairns IV

Mittwoch

22.14 Uhr

Hey Ihr,

heute morgen ging es also in aller Herrgottsfrühe auf nach Cape Tribulation. Etwas mehr als
eine Stunde nördlich von Cairns gelegen ist es nochmals ein Stück näher am Äquator als die
Stadt hier. Darüber hinaus ist es der Einzige Ort auf unserer schönen Erde, an dem der
Regenwald auf einen Strand trifft - Grund genug, dem Ganzen doch mal einen Besuch abzustatten.

Zunächst fuhren wir eine wirklich beeindruckend schöne Straße entlang, die sich in Serpentinen
der Küste folgend in die Berge schlängelte. Erster Stopp war dann der Daintree River, auf
dem wir mittels eines Bootes auf Krokodil-Suche gingen - und "Scarface" fanden. "Scarface"
ist ein fünf Meter langes Ungetüm von einem Krokodil, Herrscher über das Territorium und
hat darüber hinaus vor sechs Monaten einen jungen Mann gefressen, der dreimal in Folge zur
gleichen Zeit am Fluss Wasser holen war.




Dieses ist nicht dein Zimmer.

Nun denn, nach dieser äußerst spannenden und lehrreichen Bootsfahrt [in den Sechzigern haben
sie 9 10m-Krokos aus dem Fluss gefischt -.-] fuhren wir tiefer hinein in den ältesten
Regenwald unseres Planeten. Dieser ist zarte 140 Mio Jahre alt und gelinde gesagt unfassbar
interessant.

Mit unserem Guide machten wir einen Rundgang durch den Wald, stets auf der Suche nach exotischen
Pflanzen, lustigen Tieren - und dem Cassowary. Der Cassowary ist der gefährlichste Vogel der
Welt, wird zwei Meter groß und kann einen [wenn er denn will] mit seinen Klauen von oben
bis unten aufschlitzen.

Schade eigentlich, dass uns von diesem [angeblich größtenteils friedlichen] Fiederfreund
kein Exemplar über den Weg gelaufen ist. Nicht.

Dafür gab es aber tolle Bäume, irre alte Pflanzen und lauter spannende Klamotten, die so ein
Regenwald zu bieten hat.

Gegen ein Uhr mittags wurden wir dann in unseren Hostels abgesetzt - eine Reihe von Holzhäusern,
die ein findiger Geschäftsmann mitten in den Dschungel gebaut hat. Sehr aufregend das Ganze,
völlig fernab jeglicher Zivilisation, Internet und Handyempfangs.





In der Gegend selbst gab es eine Menge zu erkunden, so zum Beispiel die beiden Strände, an
denen der Regenwald direkt in Sandstrand übergeht - einzigartig wie gesagt, und genau das
war es auch.




Auf eigene Faust habe ich kurz vor Anbruch der Dunkelheit noch einen Rundgang auf einem
eingerichteten Regenwald-Boardwalk gemacht - eine schlaue Idee, wenn man nicht weiß, wann
man am anderen Ende wieder raus kommt und es langsam aber sicher immer dunkler wird. So
wurde dieser Walk sicher spannender als er zwingend hätte sein müssen - jedes Geräusch [alle
Tiere sind nachtaktiv, je später der Abend, umso lauter der Wald] wurde von mir vorsichtig
geortet, auf einen 2 Meter großen Schlitzervogel konnte ich auch um diese Uhrzeit und angesichts
meiner Einsamkeit durchaus immer noch verzichten. Dafür hatte ich eine beiderseits überraschende
Begegnung mit einer Wildsau, die daraufhin laut grunzend im Wald verschwand.

Überlebt habe ich dann letzten Endes doch - nur um gegen halb acht zu einer nächtlichen
Dschungel-Safari abgeholt zu werden. Da wie gesagt der Großteil der im Regenwald lebenden
Tiere nachtaktiv ist, lebt der Dschungel erst Nachts so richtig. Ein lustiger Scherz vom Guide
übrigens, auf der Fahrt zur Basis bergauf bei Tempo 60 das Licht auszuschalten. Er weiß schon,
was er tut. Hoffentlich.

Unglaublich tolle Dinge haben wir sehen können: Dragons [Echsen], Spinnen, leuchtende Pilze,
unfassbar laute Frösche von der Größe eines Daumenfingernagels - toll. Und wenn man um zehn
Uhr nachts mitten im tiefsten Regenwald steht und alle Taschenlampen ausgehen, weiß man, was
'Dunkelheit' eigentlich bedeutet.

Mein Abendessen bestand heute aus einer Schüssel Instant-Nudeln. Die Marke nennt sich "Fantastic",
was mir angesichts der Tatsache, dass ihr Produkt schmeckt wie alte Leute unterm Arm, doch
eventuell etwas hoch gegriffen vorkommt. Aber was soll's...

Zudem habe ich heute J. und C. kennengelernt, die beide Psychologie studieren und aus dem
Ruhrpott kommen - und als Krönung des Ganzen habe ich endlich die erste Schwedin auf dem
Zimmer. Eine Schande, dass ich darauf drei Wochen warten musste...

Bis morgen, ich geh' mal im Dschungel schlafen!

Dienstag, 18. August 2009

Cairns III

Dienstag

21.18 Uhr

Ohje, es ist fast schon peinlich, wie faul ich heute war. Mein Tag beinhaltete sowieso per
sé nur einen Punkt auf der Tagesordnung - ich musste irgendwann zwischen zehn und fünf im
Surfshop antanzen, um eine bestellte Boardshorts abzuholen.

Stress pur.

Als ich dann da war, war die Boardshorts leider noch in irgendeinem Karton verschwunden, so
dass sich mein Tagesprogramm innerhalb von ein paar Minuten erledigt hatte. Saugut.

Also noch ein wenig dekadent eingekauft [grüner Tee, Pfannkuchen und Lachs mit Sauerrahm]
und spontan entschlossen, die restlichen Tagesstunden an der Lagune und in der Sonne liegend
zu verbringen.
So war es dann auch, habe also intensiver an meinem Teint gearbeitet und so rein garnichts
Spannendes gemacht.

Vielleicht noch, dass ich mir für den freitäglichen Tauch- und Schnorcheltrip eine digitale
Unterwasserkamera mit Zoom und Blitz gemietet habe - ich darf meine eigene SD-Karte benutzen
und habe alle Bilder direkt auf dem Laptop. Man darf also gespannt sein...

Morgen wirds wohl nichts Neues von meiner Front geben, ich bin ab morgens früh nach Cape
Tribulation unterwegs. Werde diverse spannende Klamotten zu sehen bekommen, eine nächtliche
Wanderung durch den Dschungel mitmachen und eine Nacht im Regenwald schlafen. Es wird wohl
spannend werden, ich freu mich schon.

Donnerstag melde ich mich dann wieder, dann sicherlich auch wieder mit einem spannenderen Text
und irgendwas Interessantem zu erzählen.

Nette neue Room-Mates habe ich, fast schon beängstigend wie viele Deutsche hier sind...

Der "10$ Meal-Deal" ist übrigens allererste Sahne, gestern 300g Rumpsteak mit Pommes, Salat
und Cola, heute einen enorm riesigen Chickenburger mit Pommes und Cola - prima Klima.

A propos Klima, hier sinds übrigens 30° - im Winter. Wahnsinn.


Ich wünsche Euch was, bis übermorgen!

D.

Montag, 17. August 2009

Cairns II

Montag

18.03 Uhr

Es ist schwierig, über den heutigen Tag etwas zu schreiben, aber ich will es versuchen.

Schwierig deshalb, weil ich heute an einer Tour zum Great Barrier Reef teilgenommen habe, die
mit ziemlicher Sicherheit das Beste war, was ich in meinem Leben je gemacht habe - schon jetzt
einmal eine ernst gemeinte Entschuldigung an alle, die sich dadurch eventuell auf den
Schlips getreten fühlen.

Aber mal ernsthaft: Green Island ist eine kleine Insel am Australien zugewandten Rand des
Great Barrier Reefs, ca. 45 min Katamaran-Fahrt vom Festland entfernt. An Board wurden
diejenigen, die sich für Schnorcheln entschieden hatten, mit entsprechender Ausrüstung
ausgestattet - und mit dem Anlegen an Green Island war jeder auf sich alleine gestellt.

Zunächst einmal ist es faszinierend, den mit abgestorbenen Korallen gespickten Strand zu
sehen. Von dort aus ging es los, mit Flossen an Füßen bewegt man sich zwar dezent staksend
wie Schusch der Schuhschnabel, aber am Riff geht es nicht um Ästhetik. Zumindest nicht um
meine.

Denn ist man einfach daran gewöhnt, sich auf das Atmen durch den Schnorchel zu verlassen [was
anfangs ein wenig seltsam ist - unter Wasser einfach durch den Mund weiter atmen], lernt man
auch schnell, sich auf die wichtigen Dinge im Wasser zu konzentrieren.

Die meisten der Besucher hielten sich in der Strand-nahen Region des Riffs auf - schön für
mich, hatte ich doch enorm viel Platz [es wäre eh genug für alle dagewesen] um alles zu
entdecken.

Das Riff an sich [zumindest in dieser Region] muss man sich folgendermaßen vorstellen: Vom
Strand weg läuft man zunächst über Seegras - so weit, so gut, hat man schon anderswo gesehen.
Was einem aber den Atem raubt, sind die kleinen Inseln aus Korallenformationen, die immer
häufiger und immer größer werden, je weiter man sich vom Strand entfernt.

Eine Million Farben, Fische aller Arten und Größen, unglaubliche Formen - unbeschreiblich.

Das Wasser ist überall sehr flach [maximal einen Meter, und ich war mit Sicherheit 100 Meter
weit draußen], so dass man aufpassen muss, nicht mit den überdimensionierten Tretern an den
Galoschen einen Teil des Weltkulturerbes plattzuplästern.

Wie gesagt, man kommt kaum hinterher alles zu sehen, traut gleichzeitig seinen Augen nicht -
das Wasser klar wie ein Pool, von oben brechen die Sonnenstrahlen durch die Wasseroberfläche,
und man taucht ab in eine andere Welt. Stachelrochen, Schildkröten, handgroße Seesterne,
dazu unzählbar viele Fische, die teilweise in Schwärmen von ca. 200 Tieren auftreten - oder
aber alleine, dafür aber so lang wie mein Unterarm.

Es ist gleichzeitig unglaublich, wunderschön, kaum mit den Augen zu fassen - und irgendwie
auch beängstigend, alleine draußen einem solchen Wunder zu begegnen.

Die 30 Bilder meiner Unterwasserkamera waren schnell voll, vielleicht leihe ich mir für
meinen nächsten Ausflug eine Digitale aus - dann kann ich die Fotos auch schneller sehen.

Das war größtenteils mein Tag, alle anderen Dinge, die heute passiert sind [A., F. und N.
sind mit ihrem frisch gemieteten Wagen heute in Richtung Cape Tribulation gefahren, meine
anderen Room-Mates Michael (England) und Aku (Finnland), Einkaufen] treten doch stark in
den Hintergrund.

Ich werde wenn ich nach Hause komme sicher mit dem einen oder anderen nochmal sprechen,
vielleicht haben sich meine Eindrücke bis dahin zumindest soweit gefasst, dass ich ein paar
Dinge in Worte fassen kann.

Gleich gehe ich mit Michael noch den "10$ Meal-Deal" mit Steak und Getränk auschecken.
Michael war heute übrigens Skydiving betreiben, ist mit einem Rückwärtssalto aus 14.000 Fuß
und dem dort befindlichen Flugzeug gehüpft. Meiner Mutter sei an dieser Stelle versichert,
dass ich sowas auf garkeinen Fall machen werde.

Allen anderen kann ich sagen, dass ich durchaus nicht uninteressiert an einem solchen Spaß
wäre - challenge yourself, wir erinnern uns?


Mit den Bildern des heutigen Tages entlasse ich Euch in einen guten Morgen.








Take care,

Euer

D.

Sonntag, 16. August 2009

Cairns I

Sonntag

18.13 Uhr

Ein äußerst zufriedenstellender erster Tag in Cairns liegt hinter mir. Das Wetter stellt selbst
das in Byron Bay noch in den Schatten, es ist schon morgens ganz toll warm und nach Wolken
sucht man an diesem blauen Ding namens Himmel vergeblich.

Heute morgen ist das gesamte Zimmer um viertel vor acht aufgestanden, da die anderen drei
ihr Auto abholen mussten. Ich bin nach einer Dusche und ein wenig Zeit am Laptop auf die
andere Straßenseite gewechselt, um die drei dort residierenden Mädels zum Frühstück abzuholen.
In einem schönen Straßencafé saßen wir beim 'Brekky' zusammen, tranken einen wunderbaren
'Flat White' [Milchkaffee] und freuten uns des Lebens.

Danach gingen wir zusammen über den Sonntagsmarkt, auf dem neben Obst und Gemüse auch
Krokodilwaren, Schmuck und original unterschriebene Aussie-Football-Trikots feilgeboten
wurden.

Anschließend trennten sich unsere Wege [diesmal für immer, munkelt man] und ich machte mich
auf, mein allsonntägliches "Ich erkunde die Stadt zu Fuß"-Ritual fortzusetzen.
Cairns ist vom Vibe her [versteht man das?] mit Byron Bay zu vergleichen, auch wenn es
merklich auf Touristen ausgerichtet ist. Was aber auch eigentlich nicht wirklich schlimm ist,
bietet es dem geneigten Backpacker doch einige Extras und Vergünstigungen [Internet umsonst,
freies Essen in bestimmten Bars etc.], die man gerne annimmt.

Nachdem ich das Nötigste im Supermarkt erstanden hatte [Deal des Tages: 24 Mars-Cookies für
6$] und die Stadt in einem Maße erschlossen hatte, das mich zufriedenstellte, startete ich
in Richtung Peter Pan's, erwiesenermaßen das beste Reisebüro Australiens. Nach der etwas
niederschmetternden Nachricht, von der ZVS komplett abgelehnt geworden zu sein [Mitleid bitte
in die Kommentare] beschloss ich, mir meine kommenden Tage durch den einen oder anderen
Trip zu versüßen.

Ein wunderbarer Tag heute, schön die Cape Tribulation-Tour gebucht und Freitag gehts dann
nochmal zum Tauchen ins Riff. Prächtig. Auch den ganzen Tag barfuß bei dreißig Grad und
knallender Sonne durch die Stadt zu laufen hat einige Laune gemacht. Sehr interessante
Surfshops haben sie hier, das ist großer Sport.

Am Nachmittag [wo es ja in diesen Breitengraden bereits dunkel zu werden pflegt] traf ich
dann im Hostel wieder auf die anderen. Mehr oder weniger gemeinsam [parallel] aßen wir zu
Abend und verbrachten einige Zeit gemütlich draußen.

Nun werden wir noch einmal in die Stadt laufen und an der Esplanade bei der Lagune ein Eis
essen und das Meer begutachten. Morgen kann ich dann denke ich wieder mit Fotos aufwarten,
vielleicht auch mal vom Hostel etc...

Bis dahin,

Euer

D.